d-on-d — Datacenter On Demand

…über ein IT-Referenz-Lab, IT-Training, Virtualisierung und mehr…

the history of d-on-d

Es ging ein paar Jahre, bis d-on-d seine heutige Form gefunden hat. Anfangs war es nur für den Eigengebrauch gedacht, heute ist es ein durchdachtes Konzept, dass laufend weiter entwickelt und perfektioniert wird. Wenn man es genau nimmt, so ist d-on-d die erste Hardware-Cloud auf Erden, die anfangs 2005 an den Markt ging. Trotz intensiven und wiederkehrenden Recherchen im Web habe ich bis dato keine Mitbewerber ausmachen können, die dasselbe anbieten. Nachfolgend die Geschichte rund um d-on-d, von den Anfängen bis heute.

 
Die Jahre vor 2004

Ich war als Microsoft Trainer darauf angewiesen, die verschiedensten Kurssetups speditiv zu implementieren, damit ich mich auf den zu gebenden Stoff gut vorbereiten konnte. Anfangs benutzte ich ca. 12 PCs und Imaging-Tools wie Powerquest DriveImage Pro. Im Jahr 2000 fing ich an mit Virtualisierung zu experimentieren und löste in der Folge nach und nach die physischen Setups ab. Ende 2002 fing ich auch an meine produktiven Systeme auf VMware GSX Server umzustellen. Mit meinen positiven Erfahrungen im Bereich der Virtualisierung war ich überzeugt, dass diese die IT-Landschaft nachhaltig verändern wird. So entschloss ich mich, meine Kräfte auf dieses Gebiet zu konzentrieren.

 

2004

Mitte 2004 besuchte ich einen VMware-Kurs in Strassbourg, um danach die VCP Prüfung zu absolvieren und VMware VIP Enterprise-Partner zu werden. Zu dieser Zeit gab es noch keine Kurse in der Schweiz und auch die VMware-Partnerlandschaft, mit etwa einem Dutzend Partnern, war sehr überschaubar. Für eine vertiefte Beschäftigung, mit VMware ESX Server, schaffte ich mir Test-Server und Test-Storage an, um Kunden seriös beraten zu können. Die von VMware unterstützte Hardware-Palette war zu der Zeit noch recht bescheiden und beschränkte sich auf die grossen Hersteller-Brands. Das Equipment betrieb ich in meinem Büro, an der Winterthurerstrasse 22, 8006 Zürich.

Erster Setup 2004:

 2005

Mein Setup von 2004 war noch nicht VMotion-fähig. Durch Kauf eines zusätzlichen Servers wurde die Möglichkeit geschaffen alle Features von VMware ESX und VirtualCenter zu nutzen. Diesen Setup machte ich zuerst meinen bestehenden Kunden zugänglich, damit sie die Virtualisierungslösung von VMware testen konnten. Etwas später eröffnete ich die Website ‚www.virtualmachines.biz‘, mit welcher ich für die Virtualisierung warb. Der Slogan hiess ‚Innovate – don’t hesitate‘. Jedermann, mit Internet-Anschluss, konnte kostenlos auf das Lab zugreifen und die Software testen. Ich erhoffte mir damit, dass sich vielleicht das eine oder andere Geschäft nach einer Testphase, ergeben könnte. Dummerweise war der Schweizer Markt anfangs 2005 noch recht träge in der Implementierung von Virtualisierungslösungen. Zudem wurde das Lab von noch-nicht-Kunden überhaupt nicht angenommen. Die meisten Buchungen kamen aus Amerika, ein Folgegeschäft nach der kostenlosen Testphase ergab sich nie.
Somit wechselte ich die Strategie und begann einen symbolischen Betrag zu verlangen. Sehr viele Kunden wurden es nicht, was mir persönlich nicht viel ausmachte, da mein Hauptgeschäft Training / Consulting / Engineering war und ich das Equipment regelmässig für Tests und Demos benötigte. Durch meine Demos bei Interessenten konnte ich immer wieder gegenüber einzelnen Mitbewerbern punkten, die nur mit Powerpoints die Dinge darstellen konnten, da sie kein eigenes Demo-Equipment besassen. Dies verhalf mir zu neuen Kunden und diversen Projekten.

Setup 2005:

2006

Um etwas mehr Marktresonanz zu bekommen, stellte ich anfangs 2006 meinen Setup dem Virtualisierungsblog www.virtualization.info vor. Der Inhaber von virtualization.info, Alessandro Perilli, war von der Idee sehr angetan und nach einem Test absolut begeistert. Der erste Post auf virtualization.info im 2006: http://www.virtualization.info/2006/03/rent-virtual-infrastructure.html.

Alessandro und ich wurden über die Zeit sehr gute Freunde, hatten wir doch unser Hauptinteresse in demselben Fachgebiet. Zudem sind wir beide Einzekämpfer und betreiben je eine 1-Mann-Firma. Nach gegenseiteigen Besuchen und diversen Gesprächen fanden wir, dass eine Zusammenarbeit sinnvoll für beide Seiten wäre. Das Equipment wurde unter dem Label ‚Rent A Lab‘, über seine Webseite vermarktet. Das kam mir insofern auch gelegen, weil das Lab mittlerweile um einiges grösser geworden war.

Setup 2006:

 


2007

Im Januar 2007 ging Rent A Lab an den Start: http://www.virtualization.info/2007/01/announcement-virtualizationinfo-rent.html.

Die Resonanz kam kurz nach dem Post von Alessandro. Kein Wunder, denn virtualization.info war, mit Abstand, das weltweit meistgelesene Blog über Virtualisierung zu der Zeit. So begannen wir RaL an diverse internationale Kunden, aus den verschiedensten Bereichen, zu vermieten. Auch in der Schweiz lief das Geschäft mit einzelnen Kunden an, sehr verhalten, aber es lief.

Anfangs 2007 wurde ich VMware-Trainer. Eigentlich eine logische Konsequenz, da ich ja schon seit Jahren Microsoft Trainer war und ich den Job als Trainer absolut liebe. Den VMware Partnerstatus musste ich dagegen aufgeben. Die Hardware-Anforderungen für VMware-Kurse sind von VMware recht hoch gesteckt und mein Lab erfüllte die Anforderungen perfekt. Also war es ein logischer Schritt, dass das Lab auch gleich mit in den Kursen eingesetzt wird.

Ein alter Bekannter, den ich seit ein paar Jahren immer wieder mal sporadisch getroffen hatte, E. B. der damalige Besitzer der Evernet AG, kam auf mich zu. Er schlug mir eine Zusammenarbeit  vor. Die Idee war, dass ich meine Erfahrung als Trainer für Events einbringen würde. Kunden und Interessenten sollten in den Genuss qualitativ hochstehender Demos kommen. Das Lab würde repräsentativ in den Räumen der Evernet präsentiert. Nach etwas zögern sagte ich zu und wir begannen das Ganze zu planen und umzusetzen. Die neue Location war schnell gefunden, Greenpark Letzi, Flurstrasse 2, 8048 Zürich.

Das Lab an der Winterthurerstrasse 22, vor dem Umzug in den Greenpark Letzi:

 Einrichten des Labs, Greenpark Letzi, nach dem Umzug:

Im November 2007 wurde Einweihung gefeiert. Das Publikum fand die neuen Räumlichkeiten mit dem Lab-Konzept sehr spannend.   Es fanden auch die ersten VMware@Night’s, mit Dennis Zimmer und mir, in diesen Räumlichkeiten, statt.


2008

Das Lab wuchs kontinuierlich weiter.

Das Lab Ende 2008:

 Jedoch musste ich auch wahrnehmen, dass sich bei meinem Vermieter diverse Probleme abzeichneten. Leute kamen und gingen in kurzen Abständen und auf einmal musste ich 1’800.– Miete mehr bezahlen. Viele Gerüchte machten die Runde, das verbliebene Personal befand bezüglich Motivation sich in stetem Auf und Ab.

Langsam zeichneten sich für d-on-d auch Platzprobleme ab. Deshalb, sowie aus Sicherheitsgründen, hatte ich begonnen ein zweites Lab, an der Winterthurerstrasse 22, aufzubauen.
 

2009

Dies sollte eines meiner stressigsten Jahre werden.

Am 29. Januar hatten alle Mitarbeiter bei meinem Vermieter gekündigt. Der Vermieter versicherte mir, dass alles im Lot sei und meine Abhängigkeiten beglichen seien – es bestünde keine Gefahr für mich. Das stellte sich am darauffolgenden Tag als Unwahrheit heraus. Ob ich wollte oder nicht ich musste umziehen. Innerhalb von 8 Stunden organisierte ich eine Umzugsfirma und Colocation. Das ganze Lab wurde von 5 Racks auf 3 Racks reduziert. Der Umzug benötigte 36 Stunden. Kunden waren davon nicht betroffen und hatten demzufolge von dem ganzen Stress, im Hintergrund, nichts bemerkt.

Das geschrumpfte d-on-d in einem Serverraum in Lachen:

Nebst Lachen mit 3 Racks, wurden an der Winterthurerstrasse 22 zwei Racks aufgebaut. Mir blieb nun als einziger Weg so schnell als möglich eine neue Location in Betrieb zu nehmen.

Mit dem neuen Vermieter für die neue Location hatte ich sehr zähe Mietverhandlungen. Es machte den Eindruck, als ob er an meiner finanziellen Leistungsfähigkeit zweifelte. Ein beglaubigter Kontoauszug der Bank reichte ihm nicht. Anfängliche Zusagen für den Ausbau der Räumlichkeiten bereiteten ihm Sorge, da gemäss seinem Empfinden die Summe nicht gedeckt sei. Ich musste die geschätzte Summe für den Umbau auf ein Sperrkonto überweisen und alles selbst finanzieren. So etwas hatte ich noch nie erlebt, man hat eigenes Kapital – Cash im hohen sechsstelligen Bereich – und wird nicht für voll genommen!

Danach kam ein monatelanger Kampf mit Behörden und massivem Ärger mit diversen Handwerkern. Die Bauleitung war in Teilen unzulänglich, weil sie keine Ahnung im Zusammenhang mit Datacenter-Technologie und Bau hatte. Somit gab es einige ungewollte Überraschungen. Ein Zurück gab es nicht mehr, also biss ich mich halt durch – basta. Zwei positive Aspekte für 2009 bleiben: Die Innenarchitektur des Raumkonzeptes sind Top und ich habe sehr viel gelernt.

 

2010

Im Januar 2010 liefen die meisten Kunden-Mieten über die neue Location an der Eggbühlstrasse 28. Das RZ an der Winterthurerstrasse 22 blieb vorerst bestehen, damit bei allfälligen Instabilitäten eine Ausweichmöglichkeit bestünde. Ab Februar 2010 hatten wir den ersten Big Bang. Cisco Schweiz ging mit uns eine Zusammenarbeit ein. Wir konnten das erste Cisco UCS (Unified Computing System) der Schweiz in Betrieb nehmen. Ab März 2010 folgte eine äusserst erfolgreiche Bootcamp-Serie, die mit Cisco / VMware durchgeführt wurde. In Folge wurde dies auf ganz Europa ausgedehnt. Kundenveranstaltungen, von diversen Dienstleistern, folgten. Die Begeisterung, für dieses Konzept, war von sehr vielen Parteien und Individuen sehr gross, das Konzept hatte sich somit bestätigt.

Das Lab im März 2010:

Die Geschichte geht weiter… Ich bin daran die vielen Dinge zu optimieren. Dass das Lab grösser wird und ich die Transformation für den Eintritt in neue Märkte vorbereite ist selbstverständlich. Sponsoren kommen mittlerweile auf mich zu und suchen eine Zusammenarbeit mit mir. Das grösste und variantenreichste Lab der Schweiz, als 1-Mann-Firma zu haben, ist für mich zeitweise erstaunlich, aber keine Last. Es ist für mich eine sehr grosse Motivation diesen Weg weiter zu gehen – Mal schauen wie sich das Konzept über die Jahre weiter entwickeln lässt und wo ich damit ‚lande‘.

Mehr neues an dieser Stelle, wenn sich ‚geschichtsträchtige Dinge‘ ergeben.

Written by USA

22/08/2010 um 18:26

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