d-on-d — Datacenter On Demand

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Die Parkplätze des d-on-d – eine Story für sich

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Einmal etwas nicht technisches, auch für den Datacenter-Laien gut verständliches: Der Kampf um Parkplätze in der Stadt Zürich.

Für die Besucher unseres d-on-d haben wir fünf Parkplätze. So weit so gut und nichts speziell aufregendes. Doch gemietete Parkplätze in der Stadt Zürich zu haben bedeutet viel Aufwand und ein stetes Ärgernis. Obwohl für das Areal ein richterliches Parkverbot existiert und diesbezüglich diverse Verbotstafeln installiert, sowie unsere Parkplätze mit ‚Reserviert KYBERNETIKA AG‘ bezeichnet sind: dauernd werden diese durch unberechtigte Parkierer belegt. Die Belegung erfolgt vor allem abends und am Wochenende. Das kann dann so aussehen:

Wie man am obigen Bild unschwer erkennen kann, sind alle Parkplätze belegt. Das kommt leider häufig vor. Wir und unsere Kunden, die Workshops auch an Wochenende oder an Abenden durchführen/besuchen, können dann schauen wo sie bleiben.

Nachdem ich anfangs begonnen hatte, nette Schreiben an die Windschutzscheibe zu heften und dies nichts genutzt hat, hatte ich Bussen über die Polizei verteilen lassen. Mittlerweile ziehen wir zuerst eine Umtriebsentschädigung ein. Diese Möglichkeit ist durch ein Bundesgerichtsurteil gestützt. Voraussetzung ist ein existierendes richterliches Parkverbot, dass ja existiert.
Anmerkung am Rande: Auch wenn wir massive Umtriebe mit den Falschparkierern haben, die Häfte der Einnahmen fliesst in Projekte mit Kindern. So haben wir schon den TV Unterstrass mit Handbällen für Kinder und Jugendliche, UNICEF für Kinder als Flutopfer in Pakistan, etc. unterstützt.

Es ist natürlich klar dass es diverse ‚Umtriebs-Belangte‘ gibt, die damit in keiner Art und Weise einverstanden sind. Das Thema wird auch Zuhauf von den Sündern selbst, in Internet-Foren, ventiliert. Gemeinsam ist diesen allen: Sie haben null Unrechtsbewusstsein und nehmen es als selbstverständlich, dass eine unbelegter Parkplatz per se ihnen gehört. Ein klitzekleiner Teil der Leute entschuldigte sich und wir regelten das jeweils gütlich. Ein Teil bezahlt (indirekt Projekte für Kinder). Andere probieren es mit aussitzen und warten ab was denn geschehen möge. Der kleinste Teil meldet sich mit einer sichtbaren Reaktion.
Wie sich das für einen neugierigen Menschen gehört habe ich Mal eine Analyse über die Aussitzer und Aktivisten gemacht. Es ist wirklich interessant was da zu Tage kommt.

Der Aussitzer:
Falsch parkierter BMW, tagsüber. Mein Kollege sieht, wie einige Herren, pikfein angezogen, aus der gegenüberliegenden Credit Suisse zum BMW gehen. Als einer den Brief unter dem Scheibenwischer bemerkt und danach liest, hat dieser nur ein verächtliches Grinsen und Kopfschütteln dafür übrig.  Eine Umtriebsentschädigung wurde nicht überwiesen. Gemäss elektronischem Verkehrsindex gehört das Auto einem leitenden Investmentbanker der Merrill Lynch. Er ist scheinbar so Top, dass er sogar ein Video-Interview, für NZZ Online’s ‚Impulse‘ geben darf. Wer Vorurteile über ignorante Banker zementiert sieht, kann nur als Scharlatan bezeichnet werden!

Der Profi-Zerknüll-Aktivist:
Mehrere Falschparkierer am Sonntag. Ich gehe wieder einmal 2:00 Uhr morgens, nach getaner Arbeit, nach Hause. Siehe da, einer hat die Umtriebsentschädigung zerfleddert und auf meine Parkplätze geschmissen. Eine Recherche ergibt, der BMW gehört einer Firma in Wädenswil, die diesen Punkt unter ihren Dienstleistungen aufgeführt hat: Entfernung von falsch parkierten Fahrzeugen. Hätte ich das nur früher gewusst! Ich hätte ihn durch sich selbst abschleppen lassen können. Wie praktisch!

Der poetische Einschreibe-Brief-Schreiber:
Gestern bekam ich einen eingeschriebenen Brief. Dieser ist bis dato der wertvollste Beitrag zum Thema, böser Parkplatz-Besitzer / Umtriebsentschädigungs-Verlanger:

Wie man unschwer an meinem Blog-Beitrag erkennen kann: Es ist sehr spannend, Mieter von fünf Parkplätzen in der Stadt Zürich zu sein. Das dumme ist nur, es macht wirklich sehr viele Umtriebe und hält einem von vernünftiger Arbeit ab. Und es ist erstaunlich, welche Aufgaben zum Betrieb eines Schulungs-Datacenters gehören!

Written by USA

15/02/2011 um 18:32

Veröffentlicht in Datacenter On Demand, this and that

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7 Antworten

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  1. Einzäunen und mit einem Grossen Marchschloss abschliessen, wäre auch noch eine Variante.
    Die aber leider auch mit Umtrieben behaftet ist.

    affabanana

    15/02/2011 at 19:21

  2. Was bin ich froh das es solche Idioten nicht nur in Deutschland gibt… Kannst du die Kerle nicht einfach abschleppen lassen?

    Thomas

    17/02/2011 at 21:01

    • Hallo Thomas

      Abschleppen lassen könnte ich. Leider darf das Auto vom Appschleppdienst nicht zurückbehalten werden, wenn nicht bezahlt wurde. Somit müsste ich die Kosten tragen und dann dass Geld beim ‚Sünder‘ einfordern. Wenn der nicht zahlt, dann müsste ich eventuell einen ziemlichen Aufwand betreiben, um wieder an dieses zu kommen.
      Somit ist es einfacher: Rechnung wegen Umtriebe, wenn nicht bezahlt: Verzeigung an die Polizei.

      USA

      18/02/2011 at 08:39

  3. Salut Urs,
    ich stelle seit Jahre dasselbe Unrechtsbewusstsein der Leute fest. Alles was nicht explizit verboten ist, und wo man offensichtlich nicht mit einem Eingriff der Staatsgewalt zu rechnen hat, wird gemeinhin als erlaubt angenommen. Interessanterweise versuchen sich diese Zeigenossen danach zu rechtfertigen, wie es der Briefeschreiber hier gemacht hat ..> einfach nur eine faule Ausrede !
    Dieses Verhalten kommt daher, dass diese Leute keine ordentliche Kinderstube genossen haben, wo noch klar gemacht wird, was ist mein und was ist Dein !!
    Für meinen Teil kann ich nur sagen, aufschreiben und büssen, diese Leute lernen es nur via Geldbeutel, teilweise auch nur mit der Faust !

    Hardy Ruoss

    18/02/2011 at 10:07

    • Hallo Hardy

      Von wegen meins und deins, da kommt mir immer wieder unser Malermeister in den Sinn: https://d-on-d.info/2010/02/11/was-einzelne-handwerker-im-d-on-d-so-treiben/

      Es gibt übrigens sogar noch welche, die nach der Verzeigung an die Polizei alles abstreiten. Dummerweise existieren immer Bilder, worauf sie dann in Erklärungsnot geraten.

      Mit der Faust würde ich sie indes nicht behandeln. Das verkompliziert alles nur ungemein. Auf kleiner Flamme, über den offiziellen Verfahrensweg rösten, reicht vollkommen.

      USA

      18/02/2011 at 15:20

      • Ja natürlich, offiziell ist nichts mit der Faust :-))
        …aber für die Unbelehrbaren mal in einem dunklen Gässchen, wenn niemand da ist :-))

        Hardy Ruoss

        18/02/2011 at 16:13

  4. Hahahahahah! Lachkrampf! Ich könnte das stundenlang lesen und jedes mal wiedre aufs Neue lachen! Sehr geil!

    Walid

    23/02/2011 at 13:50


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