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eZürich geoutet

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Es ist wohl eine Woche her, seit eZürich die drei besten Ideen präsentiert hat. Wegen massivem Arbeitsanfall konnte ich ‚meinen Senf‘ noch nicht dazu geben, was ich hiermit gerne nachhole.

Zur Erinnerung was eZürich bezweckt – der Kernsatz:
Mit eZürich wollen wir Zürich international als bevorzugten Standort im Bereich ICT-Dienstleistungen und ICT-Infrastruktur positionieren.

Interpretiert meint das wohl:
Investoren und Firmen sollen angezogen werden, damit sie in Zürich arbeiten und Zürich zur Spitzenposition für ICT verhelfen.
Die Presse (Computerworld, 2ominuten,  etc.) hat demzufolge auch verschiedentlich den Vergleich zu Silicon Valley herangezogen. Wenn denn wirklich Silicon Valley als Beispiel herhalten soll, so würde das bedeuten: Innovation, Pioniergeist, Mut zu Risiko, Visionen durchsetzen und im wahrsten Sinne des Wortes Hardcore IT (nicht wie man Geräte und Infrastrukturen bedient, sondern wie man IT kreiert und umsetzt).

Als ich das erste Mal von eZürich gehört habe waren meine Gefühle gemischt. Auf die eine Seite die Hoffnung, dass sich Mal etwas in der IT bewegt, auf der anderen Seite massive Skepsis von wegen politischem Aktivismus der am Ende zum Geschwätz ohne Output verkommt.

Der erste politische Fehler war, dass der Onlinedialog nicht von einer Firma aus der Schweiz war, sondern aus Deutschland. Das widerspricht absolut dem Kernsatz, ist sozusagen um 180 grad verkehrt, oder umgangssprachlich ausgedrückt: es läuft in die falsche Richtung!

Mit Ende des Wettbewerbs, vom 12.12.2010 liegen die besten Ideen vor, die durch eZürich der Bevölkerung entlockt werden konnten:

1. Idee
Zürich wird CompiSternli-Stadt

Kinder helfen älteren Menschen.
Wenn man weiterliest, so geht aus dem Beschrieb hervor:
– 2006 in Davos eingeführt
– ca. 12 Gemeinden machen das schon

Meine Meinung dazu:
Kinder helfen älteren Menschen – dagegen ist nichts einzuwenden – das sollte eigentlich ohne ein eZürich absolut selbstverständlich sein. Diese Idee wird jedoch NULL Firmen anlocken um sich in Zürich zu engagieren. eZürichs 1. Idee ist keine Innovation, sondern Recycling einer aus dem Jahr 2006 stammenden Idee von einer anderen Gemeinde.

2. Idee
DynabookZ: Enwicklung eines persönlichen mobilen Lerngeräts für Zürcher Schulkinder auf Open Source Basis.

Ein persönliches Lerngerät für jedes Kind, auf Open Source Basis. Lernen mit digitalen Medien selbstverständlich umzugehen.

Meine Meinung dazu:
Schon Mal schlecht, dass man sich auf Open Source per se festlegt. Die Begründung, dass man nicht in die Abhängigkeit kommerzieller IT-Firmen geraten soll, ist wieder Mal typisch (es lebe das politische Programm). Der Kanton Solothurn hat es ja vorgemacht, wie kommerziell unabhängig man mit Opensource ist – der Höhepunkt war der gechasste IT-Chef des Kantons.
Die Argumente des Vorschlags, mit der Bildung, werden schon lange herumgereicht. Nur wird Bildung kaum über eZürich definiert werden können, die ist andernorts aufgehängt.

 3. Idee
eZürich in Politik und Verwaltung verankern – Wir wollen mehr als nur Ideenlieferanten sein!

eZürich als fortdauernder Prozess. In fünf Punkten umrissen:
Unser Anliegen; eZürich weiterentwickeln und fest in die Verwaltungsprozesse integrieren:
1. Strukturierte, jährliche Erfassung unserer Bedürfnisse und Ideen
2. Gemeinsames priorisieren der Projekte
3. Projekte als Verwaltungsziele festlegen
4. Überprüfen von Umsetzung und Nutzen
5. Transparentes Ausweisen der Resultate

Meine Meinung dazu:
Verwaltungen brillieren vielfach nicht mit hevorragender ICT-Leistung, bezüglich Innovation und Ökonomie. Nicht primär weil’s die staatlichen Informatiker nicht könnten, sondern weil viele politische Extrawürste mit berücksichtigt werden müssen, dass sich auch ja niemand auf den Schlips getreten fühlt.
Und jetzt soll am Ende nebst den Projektausschüssen noch öffentliches Publikum eine Art permanenten Steuerungs-Ausschuss bilden?

Mein persönliches Fazit zu eZürich:
Nice Try – eZürich ist meilenweit von einem Silicon-Valley entfernt!
Alles in sich gerichtete Ideen, die keine grosse Ausstrahlung nach aussen haben, um als Signalwirkung für Top ICT Kräfte und Firmen zu wirken. Microsoft hat es denn auch schon vorgemacht, dass sie Zürich als ICT-Standort nicht wichtig findet.
eZürich mutet eher wie ein Kaffekränzchen an. Wenn das in dieser Form weitere Blüten treibt, so wird Zürich, in den Augen eines Top-Informatikers, bestenfalls Sillycon Valley und beschert uns ‚Mittelmass und Wahn‘.

Written by USA

19/12/2010 um 22:29

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